Wer Online Marketing Preise vergleichen möchte, findet schnell Stundensätze, Monatspakete und vermeintliche Mindestbudgets. Trotzdem bleibt oft unklar, welche Arbeit darin enthalten ist und welche Ausgaben zusätzlich entstehen.

Ein brauchbarer Kostenplan beginnt nicht mit einer einzelnen Zahl. Er verbindet konkrete Aufgaben mit einmaligen und laufenden Ausgaben. Er berücksichtigt außerdem interne Mitarbeit. Das Anzeigenbudget ist nur ein Teil der Rechnung.

Wie hoch euer Budget sein sollte, hängt unter anderem von Angebot, Zielgruppe, vorhandenem Website Setup, Messung, Kanal, Produktionsbedarf und Zuständigkeiten ab. Dieser Ratgeber hilft euch, diese Bestandteile zu sortieren. Er enthält keine Marktpreisliste und kein individuelles Angebot.

Welche Kosten gehören in euer Marketingbudget?

Trennt zuerst Vorbereitung, laufende Arbeit und interne Ressourcen. Dadurch erkennt ihr, warum zwei Angebote mit derselben Monatssumme sehr unterschiedliche Leistungen enthalten können.

KostenblockTypisches ErgebnisZeitpunkt
BestandsprüfungKlarheit über vorhandene Konten, Seiten, Daten und LückenEinmalig oder zu Beginn
KampagneneinrichtungStruktur, Zielgruppen, Suchthemen, Anzeigen und EinstellungenEinmalig, später bei Bedarf
LandingpagePassende Zielseite für ein konkretes AngebotEinmalig plus mögliche Anpassungen
Tracking EinrichtungMessplan, Ereignisse, Tests und DokumentationEinmalig plus Wartung
AnzeigenbudgetAusspielung auf der gewählten PlattformLaufend
BetreuungAuswertung, Optimierung, Abstimmung und BerichteLaufend
Inhalte und AnzeigenmaterialTexte, Bilder, Varianten und FreigabenEinmalig oder laufend
ToolsLizenzen, Nutzerplätze oder nutzungsabhängige KostenLaufend

Die SBA Planungshilfe empfiehlt ebenfalls, einmalige und monatliche Ausgaben getrennt zu betrachten. Sie nennt keine konkreten deutschen Preise für Marketingdienstleistungen. SBA zur Geschäftsplanung

Ein vorhandenes, brauchbares Setup kann Aufwand reduzieren. Ein bestehendes Konto hilft jedoch nur, wenn Zugänge, Struktur, Messung und Dokumentation nutzbar sind. Eine alte Kampagne ist nicht automatisch eine gute Grundlage.

Interne Mitarbeit gehört in die Planung

Externe Unterstützung ersetzt nicht jede Aufgabe im Unternehmen. Plant Zeit für Briefings, Freigaben, Zugangseinrichtung, Bildmaterial und die Bearbeitung eingehender Anfragen ein.

Fragt bei jedem Angebot:

  1. Welche Vorarbeit wird von uns erwartet?
  2. Wer liefert Texte, Bilder und Freigaben?
  3. Wer richtet Zugänge ein?
  4. Wer beantwortet neue Anfragen?
  5. Welche Tools werden zusätzlich berechnet?
  6. Welche Änderungen sind im Umfang enthalten?

Prüft Toolkosten aktuell. Kostenlose Tarife, Nutzergrenzen und variable Nutzung können sich ändern. Ein kostenloser Einstieg bedeutet nicht, dass ein vollständiges Setup dauerhaft ohne Zusatzkosten auskommt.

Wie werden Marketingdienstleistungen abgerechnet?

Abrechnung nach Stunden

Eine Stundenabrechnung eignet sich, wenn Aufgaben flexibel entstehen oder der genaue Umfang noch nicht vollständig feststeht. Für Planbarkeit braucht ihr trotzdem eine Aufwandsschätzung, Prioritäten und einen Freigaberahmen.

Fragt nach, welche Tätigkeiten dokumentiert werden, wie Abstimmungen zählen und wann zusätzlicher Aufwand angekündigt wird.

Projektpreis

Ein Projektpreis passt zu klar definierten Ergebnissen, etwa einer Landingpage oder einer Kampagneneinrichtung. Vergleichbar wird er erst, wenn Umfang, Korrekturschleifen, benötigte Inhalte und technische Übergabe beschrieben sind.

Ein niedriger Projektpreis kann wichtige Teile auslassen. Ein höherer Preis kann zusätzliche Konzeption, Tests oder Dokumentation enthalten. Vergleicht deshalb Ergebnisse und Verantwortlichkeiten, nicht nur Summen.

Laufende Betreuung

Eine laufende Zusammenarbeit eignet sich für wiederkehrende Aufgaben wie Kampagnenpflege, Auswertung, Seitenanpassungen und Automationen. Sie braucht einen klaren Rhythmus und eine gemeinsame Priorisierung.

Klärt, welche Kanäle und Konten enthalten sind, welche Anpassungen regelmäßig vorgenommen werden, wie häufig ausgewertet wird, welche Leistungen als Zusatzprojekt gelten und wer über Budget sowie größere Änderungen entscheidet.

Es gibt kein grundsätzlich bestes Modell. Entscheidend ist, ob Abrechnung, Aufgaben und Veränderungsbedarf zusammenpassen.

Anzeigenbudget ist keine Ergebnisgarantie

Ein Anzeigenbudget steuert, wie viel Geld für die Ausspielung zur Verfügung steht. Es verspricht keine bestimmte Zahl an Leads oder Aufträgen.

Bei Google Ads ist das durchschnittliche Tagesbudget keine harte tägliche Obergrenze. Für die meisten Kampagnen nennt Google als in Rechnung gestellte Grenze das Zweifache pro Tag und das 30,4 Fache pro Monat. Bei einem unveränderten Tagesbudget von 25 Euro können an einzelnen Tagen bis zu 50 Euro berechnet werden. Für einen vollen Kalendermonat liegt die Grenze bei 760 Euro. Google zu Ausgabenlimits

Diese Rechnung betrifft Anzeigenkosten. Betreuung, Landingpage, Tracking und Tools kommen gegebenenfalls hinzu. Änderungen am Budget, andere Budgetarten und Kampagnenbesonderheiten müssen gesondert betrachtet werden.

Auch technische Mindestbeträge sind nicht mit einem sinnvollen Testbudget gleichzusetzen. LinkedIn nennt auf seiner offiziellen Seite ein Tagesminimum von 10 US Dollar. Diese Schwelle sagt nichts darüber aus, ob genug Daten entstehen oder sich eine Kampagne wirtschaftlich trägt. Kontowährung und aktuelle Einstellungen müsst ihr separat prüfen. LinkedIn zu Kampagnenbudgets

Beispiel für eine Dreimonatsrechnung

Die folgenden Beträge sind frei gewählte Netto Rechengrößen. Sie sind keine Marktpreise und kein Angebot von mir.

Angenommen werden ein unverändertes Google Tagesbudget von 25 Euro und drei volle Kalendermonate. Die Anzeigenposition ist eine Planungsobergrenze, kein garantierter Verbrauch.

Externe BeispielpositionEinmaligPro Monat
Landingpage900 Euro0 Euro
Tracking Einrichtung450 Euro0 Euro
Kampagneneinrichtung450 Euro0 Euro
Google Anzeigenbudget0 Euro760 Euro
Laufende Betreuung0 Euro450 Euro
Tools0 Euro50 Euro
Summe1.800 Euro1.260 Euro

Im Startmonat ergeben sich 1.800 Euro einmalige Kosten plus 1.260 Euro laufende Kosten. Das sind 3.060 Euro.

Für drei Monate lautet die Rechnung: 1.800 Euro plus drei mal 1.260 Euro. Das ergibt 5.580 Euro.

Noch einmal wichtig: Diese Zahlen sind ein hypothetisches Rechenbeispiel. Interne Arbeitszeit, Steuern und zusätzliche Leistungen sind nicht bewertet. Aus der Summe folgt keine erwartete Leadzahl und keine Aussage über Wirtschaftlichkeit.

Das Beispiel zeigt vor allem, warum „Wie hoch ist das Anzeigenbudget?“ nicht dieselbe Frage ist wie „Was kostet unser Marketingtest insgesamt?“

Wie legt ihr euer eigenes Testbudget fest?

1. Vorhandene Grundlagen prüfen

Welche Konten, Seiten, Inhalte und Messungen sind bereits brauchbar? Wo fehlen Zugänge oder Dokumentation? Was muss vor dem Test entstehen?

2. Eine Testfrage formulieren

Zum Beispiel: „Können wir über Google Suchanzeigen passende Anfragen für unser Angebot in Berlin gewinnen?“ Je konkreter die Frage, desto besser lassen sich Umfang und Messung planen.

3. Nachfrage und Kostenannahmen recherchieren

Prüft relevante Suchthemen, Zielregion und grobe Klickkosten. Google erklärt, dass Prognosen unter anderem Budget, Gebote und Saisonalität berücksichtigen und von tatsächlichen Ergebnissen abweichen können. Google zur Interpretation von Prognosen

Historische Gebotsspannen sind keine sicheren Klickpreise.

4. Zeitraum und tragbare Ausgaben festlegen

Definiert, welchen externen Betrag ihr verantworten könnt, auch wenn der Test keinen Auftrag bringt. Berücksichtigt dabei den Verkaufszyklus. Ein erklärungsbedürftiges B2B Angebot braucht möglicherweise länger, bis aus einer Anfrage ein Abschluss wird.

5. Freigaben und Stop Kriterien vereinbaren

Wer darf Budgets ändern? Welche Ausgabe braucht eine Freigabe? Welche Beobachtung führt zum Fortsetzen, Überarbeiten oder Pausieren?

Wenn euer finanzierbares Szenario keine sinnvolle Prüfung erlaubt, reduziert den Umfang. Startet mit einem Angebot, einer Region und einer konkreten Frage. Oder verbessert zunächst Kundenverständnis, Botschaft und Anfrageweg. Der Guide zu Google Werbung für Startups hilft beim Eignungscheck.

So vergleicht ihr zwei Angebote

Legt beide Angebote nebeneinander und markiert für jeden Punkt: enthalten, nicht enthalten oder unklar.

  • Strategie und Bestandsaufnahme
  • Kampagneneinrichtung
  • Anzeigen und Inhalte
  • Landingpage
  • Tracking und Tests
  • Laufende Optimierung
  • Auswertung und Abstimmung
  • Tools und Fremdkosten
  • Korrekturschleifen
  • Dokumentation und Übergabe

Fragt anschließend, welche Mitarbeit euer Team leisten muss. Erst dann werden Online Marketing Preise wirklich vergleichbar.

Für eine belastbare Aufwandsschätzung brauche ich Klarheit über Ziel, vorhandenes Setup, gewünschte Kanäle, Website, Messung und verfügbare Mitarbeit. So lässt sich unterscheiden, was schon nutzbar ist und was neu aufgebaut werden muss.

Wenn ihr wissen möchtet, welche Schritte und welcher Aufwand für eure Situation sinnvoll sind, besprechen wir das in einem kostenlosen, unverbindlichen Kennenlern-Call buchen .