Eure Anzeigen bringen Klicks, aber auf der Landingpage entstehen kaum passende Anfragen. Der erste Impuls ist oft, Überschrift, Farben oder Buttons zu ändern. Genau das kann zu früh sein.

Bevor ihr die Seite umbaut, solltet ihr zwei Dinge prüfen: Kommen überhaupt die richtigen Besucherinnen und Besucher an? Und werden tatsächliche Anfragen zuverlässig erfasst? Erst danach lässt sich beurteilen, ob die Landingpage im Online Marketing wirklich der größte Engpass ist.

Eine gute Landingpage erklärt das beworbene Angebot verständlich, erfüllt die Erwartung aus der Anzeige und macht den nächsten Schritt einfach. Eine niedrige Anfragezahl kann aber auch an unpassendem Traffic, Messfehlern oder einem unklaren Angebot liegen. Deshalb braucht ihr eine Diagnose, keine Sammlung von Designtrends.

Kommen die richtigen Menschen auf eure Landingpage?

Öffnet zuerst die tatsächlichen Suchanfragen oder Zielgruppeneinstellungen der Kampagne. Passen sie zum Angebot auf der Seite? Eine hohe Klickzahl hilft euch wenig, wenn viele Menschen etwas anderes erwarten.

Nehmen wir an, ihr bewerbt Recruiting für Gastronomiebetriebe. Wenn die Anzeige auf konkrete Unterstützung bei der Personalsuche verweist, die Zielseite aber nur allgemein über Personalberatung spricht, entsteht nach dem Klick eine Lücke. Die Person muss selbst herausfinden, ob ihr aktuelles Problem gemeint ist.

Prüft deshalb Anzeige und Zielseite nebeneinander:

  1. Welche Zielgruppe wird angesprochen?
  2. Welches Problem oder Ergebnis wird versprochen?
  3. Welche Leistung wird nach dem Klick erklärt?
  4. Welche Handlung wird in der Anzeige angekündigt?
  5. Ist genau diese Handlung auf der Seite möglich?

Diese Prüfung zeigt, ob der Traffic grundsätzlich passen kann. Sie beweist noch nicht, dass jede Anfrage entsteht. Sie verhindert aber, dass ihr eine Seite für Menschen optimiert, die nie die richtige Zielgruppe waren.

Klick, Seitenbesuch und Anfrage sind verschiedene Schritte

Ein Klick in der Anzeigenplattform ist nicht automatisch ein vollständig geladener Seitenbesuch. Ein Seitenbesuch ist noch keine abgeschickte Anfrage. Und ein Klick auf den Absenden Button ist nicht zwingend eine erfolgreiche Übertragung.

Legt deshalb für eure Auswertung klare Begriffe fest. Vergleicht dieselben Zeiträume und dokumentiert bekannte Lücken. Führt außerdem selbst eine Testanfrage durch. Kommt sie im richtigen Postfach oder CRM an? Wird eine Bestätigung angezeigt? Wird die erfolgreiche Anfrage genau einmal gemessen?

Wenn ich eine Landingpage prüfe, sehe ich mir zuerst Kampagnenbotschaft, Zielseite, Beispielanfragen und verfügbare Messdaten gemeinsam an. Ohne diesen Zusammenhang wäre jede Designempfehlung nur eine Vermutung.

Aus meiner Praxis: Im Shopify Shop von GAMiKi habe ich Design, Struktur und Produktseiten weiterentwickelt und mit Google Search Ads verbunden. Das Projekt zeigt die Verbindung von Kampagne, Zielseite und Tracking.

Passt die Landingpage zum Versprechen der Anzeige?

Menschen klicken mit einer Erwartung. Die Überschrift und der erste sichtbare Bereich sollten ihnen schnell bestätigen, dass sie richtig sind.

Das bedeutet nicht, dass jedes Keyword wortgleich in der Überschrift stehen muss. Wichtiger ist, dass Angebot, Zielgruppe und Nutzen wiedererkennbar sind. Google empfiehlt ebenfalls, Anzeige und Landingpage inhaltlich aufeinander abzustimmen. Google Ads zur Landingpage Optimierung

Eine Homepage stellt häufig das gesamte Unternehmen vor. Sie enthält mehrere Leistungen, Themen und Wege. Das ist sinnvoll für Menschen, die sich allgemein orientieren möchten.

Eine Landingpage beantwortet eine engere Frage. Sie ist besonders sinnvoll, wenn eine Kampagne ein konkretes Angebot für eine konkrete Zielgruppe bewirbt. Dann muss die Person nicht erst durch Navigation und Leistungsübersicht herausfinden, welcher Bereich gemeint ist.

Prüft im ersten sichtbaren Abschnitt:

  • Wird das Angebot konkret benannt?
  • Erkennt die Zielgruppe, dass sie gemeint ist?
  • Wird der Nutzen verständlich?
  • Ist ein klarer nächster Schritt sichtbar?
  • Passt dieser Schritt zum Versprechen der Anzeige?

Beantwortet die Seite die Fragen vor einer Anfrage?

Für wen, wofür und wie geht es weiter?

Erklärt in Kundensprache:

  • Für wen ist die Leistung gedacht?
  • Welches konkrete Problem bearbeitet ihr?
  • Was ist enthalten und was nicht?
  • Wie läuft die Zusammenarbeit oder der nächste Schritt ab?
  • Was passiert nach der Anfrage?

Diese Informationen reduzieren Unsicherheit. Sie helfen gleichzeitig, unpassende Anfragen zu vermeiden. Eine klare Grenze kann wertvoller sein als eine möglichst breite Ansprache.

Zeigt echte Belege

Arbeitsbeispiele, nachvollziehbare Leistungsbeschreibungen und echte Einblicke können Vertrauen schaffen. Verwendet nur Material, das freigegeben und für das beworbene Angebot relevant ist. Erfundenen Kundenlogos, allgemeinen Qualitätssiegeln oder Prozentwerten fehlt diese Grundlage.

Ein klarer Hauptschritt darf an mehreren passenden Stellen auf der Seite auftauchen. Das bedeutet nicht, dass jede Navigation verschwinden muss. Google hat bei einer Aktualisierung zur Qualität von Anzeigenzielen ausdrücklich die Bedeutung relevanter und gut navigierbarer Seiten erläutert. Daraus folgt keine allgemeine Regel, dass jede Landingpage ein identisches Menü benötigt. Google zur Navigation von Landingpages

Funktioniert die Anfrage auf dem Smartphone?

Öffnet eure Seite auf einem echten Telefon und geht den gesamten Weg selbst. Lest den Einstieg, sucht die Hauptaktion, füllt alle Felder aus, provoziert einen Fehler und sendet eine Testanfrage.

  1. Gut lesbare Inhalte ohne Zoomen
  2. Eine schnell erkennbare Hauptaktion
  3. Sichtbare Beschriftungen an Formularfeldern
  4. Verständliche Hinweise bei Fehlern
  5. Eine eindeutige Bestätigung nach dem Absenden
  6. Keine Elemente, die Formular oder Button verdecken

Das W3C empfiehlt verständliche Beschriftungen, Hinweise und Fehlermeldungen sowie die Beschränkung auf benötigte Angaben. W3C Form Tutorial

Prüft zusätzlich das Ladeverhalten. Die Core Web Vitals LCP, INP und CLS beschreiben Ladezeit des Hauptinhalts, Reaktionsfähigkeit und visuelle Stabilität. Sie sagen nichts darüber aus, ob euer Angebot verständlich oder eine Anfrage qualifiziert ist. web.dev zu Web Vitals

Welche Änderung solltet ihr zuerst angehen?

Nehmen wir ein ausdrücklich hypothetisches Beispiel. Ein kleiner HR Dienstleister bewirbt Personalsuche für Gastronomieteams. Die Zielseite beschreibt nur allgemeine Personalberatung. Auf dem Smartphone verdeckt zusätzlich ein Element das Anfrageformular.

Die erste Priorität ist die blockierte Funktion. Solange Menschen das Formular nicht zuverlässig nutzen können, lässt sich die Wirkung einer neuen Botschaft kaum beurteilen.

Danach sollte das Team Angebot, Zielgruppe und Ablauf der Kontaktaufnahme klarer formulieren. Eine neue Buttonfarbe wäre in dieser Situation kein sinnvoller erster Schritt.

BeobachtungMögliche UrsachePrüfungNächste Änderung
Viele unpassende AnfragenBotschaft zu breitAnzeige und Anfrageinhalte vergleichenZielgruppe und Leistung genauer benennen
Viele Klicks, wenige SeitenbesucheLadeproblem oder MesslückeTechnik und Messdefinition prüfenUrsache gezielt beheben
Formular wird begonnen, aber nicht beendetHürde im FormularMobil selbst testen und Fehler ansehenFelder, Hinweise oder Technik verbessern
Keine Anfragen im CRMÜbergabe funktioniert nichtTestanfrage komplett verfolgenSchnittstelle oder Zuständigkeit reparieren
Passender Traffic, kaum KontaktinteresseNutzen oder nächster Schritt unklarGespräche und Seitennutzung prüfenBotschaft und Ablauf konkretisieren

Wie prüft ihr, ob die Änderung funktioniert?

Formuliert vor jeder größeren Änderung eine Hypothese. Beispiel: „Wenn wir im ersten Abschnitt Zielgruppe und Leistung konkret benennen, erkennen passende Besucherinnen und Besucher schneller, dass das Angebot für sie gedacht ist.“

Wählt danach eine Messgröße, die zur Hypothese passt. Das können erfolgreich abgeschickte Anfragen, passende Anfragen oder beobachtete Probleme in Nutzungstests sein. Wie ihr diese Signale strukturiert, lest ihr im Artikel Online Marketing messen.

Ein A/B Test braucht genügend Daten für den erwarteten Unterschied. Bei wenigen Conversions solltet ihr keinen Sieger aus kleinen Schwankungen ableiten. Hypothese, Messung und benötigte Stichprobe gehören vor den Start. Microsoft Research zu vertrauenswürdigen Experimenten

Auch ein einfacher Vergleich vor und nach einer Änderung braucht Kontext. Wenn sich gleichzeitig Traffic, Zielgruppe oder Angebot ändern, lässt sich ein Unterschied nicht sauber der Landingpage zuordnen.

Es gibt deshalb keine universelle ideale Seitenlänge, Buttonfarbe, Conversion Rate oder Testdauer. Entscheidend ist, dass ihr ein konkret beobachtetes Problem bearbeitet und die passende Wirkung überprüft.

Eure nächste Prüfung

  1. Traffic und Kampagnenversprechen prüfen
  2. Messung und Testanfrage kontrollieren
  3. Angebot, Zielgruppe und nächsten Schritt abgleichen
  4. Mobile Nutzung selbst testen
  5. Die größte belegbare Hürde zuerst beheben
  6. Eine Hypothese formulieren und die Wirkung beobachten

So wird aus „Unsere Landingpage funktioniert nicht“ eine konkrete Entscheidung, die euer Team umsetzen kann.

Ihr möchtet Anzeigen und Landingpage gemeinsam verbessern? Besprecht eure Ausgangslage mit mir in einem kostenlosen, unverbindlichen Kennenlern-Call buchen .